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Wie verkaufen Unternehmen eigentlich auf TikTok?

Plötzlich zeigen alle dasselbe Produkt. Dahinter steckt meist der TikTok Shop, Live-Shopping oder eine Rabattcode-Armee. Hier steht, wie das wirklich funktioniert, was es kostet, und ob es sich lohnt.

7. Juli 2026 · 7 Minuten Lesezeit
TikTok Shop in Zahlen Start DE: März 2025 Provision 2 bis 8 % 24,2 Mio Nutzer/Monat

Seit März 2025 ist der TikTok Shop offiziell in Deutschland. Damit lässt sich mitten im Video kaufen, ohne die App zu verlassen. Für Unternehmen ist das ein neuer Verkaufskanal, für viele aber noch eine Blackbox. Also der Reihe nach, entlang der Fragen, die die Leute tatsächlich stellen.

Wie funktioniert der TikTok Shop?

Es gibt drei Wege, über die verkauft wird. Erstens shoppable Videos: In einem normalen Clip markiert ein Einkaufssymbol ein Produkt, ein Tipp genügt zum Kauf. Zweitens Live-Shopping: Wie beim Teleshopping der Neunziger, nur in der App, zeigt jemand live Produkte, Zuschauer bestellen währenddessen mit wenigen Klicks. Drittens der Shop-Tab, ein Marktplatz und ein Schaufenster direkt im Profil. Das Prinzip dahinter heißt Discovery Commerce: Die Leute suchen nicht aktiv, sie stolpern beim Scrollen über das Produkt.

Der zweite, unsichtbare Weg: die Rabattcode-Armee

Nicht jeder Verkauf läuft über den TikTok Shop selbst. Viele Marken, MORE Nutrition ist das Paradebeispiel, arbeiten mit Affiliate-Codes: Jeder Creator bekommt einen personalisierten Rabattcode, der Kauf läuft über den eigenen Shop der Marke, und der Code gibt Rabatt und ordnet den Verkauf gleichzeitig dem richtigen Creator zu. Zwei Modelle, dasselbe Prinzip: Nicht die Anzeige verkauft, sondern ein Mensch mit einem Gesicht.

Was kostet das, ist es kostenlos?

Die Registrierung ist kostenlos, es gibt keine monatliche Grundgebühr. Verdient wird pro Verkauf: Je nach Produktkategorie behält TikTok 2 bis 8 Prozent ein, dazu kommen kleine Gebühren für die Zahlungsabwicklung. Voraussetzung ist ein angemeldetes Gewerbe mit Steuernummer oder USt-ID. Der Einstieg ist also günstig, die Hürde liegt nicht beim Geld, sondern beim Content.

Ist das in Deutschland überhaupt erlaubt?

Ja, seit März 2025. Aber, und das wird gern übersehen, es gilt das volle deutsche Verbraucherrecht. Impressumspflicht, Widerrufsrecht, DSGVO, klare Preisangaben. Gerade im Live-Shopping wird viel improvisiert, rechtlich zählt aber nur, was sauber schriftlich hinterlegt ist. Wer hier schludert, handelt sich schnell Abmahnungen ein. Das ist das am meisten unterschätzte Risiko des Kanals.

Sind TikTok-Shops seriös, und lohnt es sich?

Die Plattform selbst ist echt und wird von großen Marken genutzt. Die Frage nach der Seriosität taucht trotzdem nicht ohne Grund auf: In der Masse tummeln sich auch dubiose Anbieter und Betrugsmaschen, gesunde Skepsis ist angebracht. Für Händler kommt eine ehrliche Einschränkung dazu. Live-Shopping ist anspruchsvoll, man muss regelmäßig senden, unterhalten und gleichzeitig verkaufen. Nicht jedes Produkt passt: Impulskäufe und visuelle Produkte funktionieren, teure Erklärprodukte eher nicht. Der Kanal wächst allerdings schnell, TikTok will die Zahl der Livestreams in Deutschland 2026 verdreifachen.

Was bedeutet das für Sie?

Der entscheidende Punkt ist nicht der Kauf-Button, sondern der Content davor. Ein Shop ohne Videos, die Menschen halten, verkauft nichts. Ob TikTok Shop, Live-Shopping oder Rabattcode-Armee, es gewinnt, wer den Content hat, der auf genau diesem Kanal funktioniert. Und welcher Kanal überhaupt der richtige für Sie ist, entscheidet sich nicht am Trend, sondern daran, wo Ihre Kunden gerade sind. Genau da fängt unsere Arbeit an: nicht bei der Frage „welche Plattform ist gerade laut", sondern „welcher Content macht Sie sichtbar, dort wo es zählt". Wenn Sie wissen wollen, warum das gerade jetzt kippt, lesen Sie wie Sie Kunden in der Attention Economy gewinnen.

Quellen: TikTok Newsroom, Tagesschau, k5.de, Xentral, digital-magazin.de. Angaben können sich ändern, Stand der Recherche: Juli 2026.

Der Kanal ändert sich. Guter Content bleibt der Hebel.

Wir sind eine Content-Produktion und finden den Kanal, der Ihre Kunden wirklich erreicht, ob TikTok, Podcast oder Suche. Erst messen, dann produzieren.

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